Digitaldruck-Kongress 2018 in Düsseldorf // Digital Print-Congress 2018 in Düsseldorf

Digitaldruck-Kongress 2018 in Düsseldorf

Der 3. Digitaldruck-Kongress des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm) fand dieses Jahr von 14.-15. Februar in Düsseldorf statt. Vor allem innovative Geschäftsmodelle, smarte Produkte und eine Erörterung der Anforderungen an ein modernes Datenmanagement standen im Fokus. Aber auch Schilderungen von Transformationsprozessen vom Offset- zum Digitaldruck kamen des Öfteren zur Sprache.

Das Konzept, das dahinter steckte, lautete „Anwender präsentieren für Anwender“. Dadurch waren nicht nur die Redner, sondern ebenso die Zuhörer mit Herz bei der Sache. Durch die Diskussion genannter Themen, damit verbundener Herausforderungen, Chancen und Probleme, aber auch von Lösungsansätzen, bot man sich gegenseitig einen Mehrwert, der sich aus den Erfahrungen einzelner zusammensetzt. All das geschah völlig unabhängig vom Angebot der einzelnen Hersteller oder Zulieferer.

Das Programm beginnt – Begrüßung und Keynote

Am Abend des 14. Februar stand ein entspanntes Get-together auf dem Plan. Unter Kollegen, Fachmedien und den anderen Referenten, konnten sich die Teilnehmer des Digitaldruck-Kongress kennenlernen und zum Netzwerken sowie einem allgemeinen Austausch treffen.

Am Tag darauf startete dann das eigentliche Programm um 10 Uhr zuerst mit der Begrüßung durch Dr. Paul Albert Deimel, Hauptgeschäftsführer des bvdm, und im Anschluss durch Sabine Geldermann, Director Drupa. Die Kernaussage hierbei war, dass Digitaldruck in der Kombination mit Datenmanagement Lösungen für anspruchsvolle Zielgruppen und Nischenmärkte bietet.

Digitaldruck-Kongress 2018 in Düsseldorf // Digital Print-Congress 2018 in Düsseldorf

Guido Wiegand, der Chief Marketing Officer von Studiosus Reisen, stellte den Grundgedanken des Unternehmens vor: Die Printinnovation eines persönlichen Reisekatalogs soll Verkaufsprozesse weiterentwickeln. Das bedeutet jeder einzelne Kunde erhält einen Katalog, der genau auf die eigenen Vorhaben, wie Reisezeit, -gebiet, etc. abgestimmt ist. Dies erhöhe zudem die Kundenbindung, da eine völlig neue Art des Dialogs zwischen Kunde und Reisebüro entstehe.

Panel 1 – Märkte und Trends

Mit Dirk Hentschler, dem Geschäftsführer der Buch- und Offsetdruckerei H. Heenemann, startete dann das Panel 1 mit dem Thema Märkte und Trends. Sein Vortrag beschrieb den Wandel vom Offset- zum Digitaldruck und wie dieser den Maschinenpark veränderte. Auch damit verbundene Probleme und wie letztendlich Offset- und Digitaldruck automatisiert wurden schilderte er. Jedoch hielt all das die Firma nicht davon ab, durch maßgeschneiderte Lösungen bei Produkten ab Auflagen von einem Stück zielgruppengerecht zu werben.

Auch Carola Gather, die in der Geschäftsentwicklung von Gather Mönchengladbach tätig ist, kennt sich mit Wandel und Veränderungen aus. Der Titel ihrer Präsentation ‚150 Jahre unter Druck – Veränderung als Konstante‘ ist sowohl aussagekräftig als auch spannend. Laut ihr ist Veränderung tatsächlich die einzige Konstante, die es im Unternehmen gab und gibt. Deshalb sollte man Wandel optimistisch wagen und ihn als Chance zur Optimierung verstehen.

Im Anschluss war Zeit für ein Diskussionspanel der Partner des Digitaldruck-Kongress und die Mittagspause.

Panel 2 – Kunde und Produkt

Nach einer kurzen Einleitung startete Dominik Romer, der CEO und Gründer von adnymics, ins Panel 2 zum Thema Kunde und Produkt. Im Paket ist laut ihm kein Platz für Bullshit, weshalb er bzw. seine Firma auf intelligente Paketbeilagen setzt. Mit einem personalisierten Auspackerlebnis holt er Kunden in einem sehr emotionalen Moment ab: dem Auspacken. Die Vorfreude auf etwas Bestelltes oder die Neugier, was sich im Paket wohl befinden mag wird durch personalisierte Paketbeilagen nicht nur unterstrichen, sondern sogar verstärkt. Das führt nachweislich zu vertiefter Kundenbindung und höheren Wareneingangskörben. Hat ein Unternehmen zudem Filialen, so werden diese dadurch auch wieder mehr besucht.

Jens Beckmann, der Geschäftsführer von copy-druck, schloss thematisch direkt daran an. Er stellte die These auf, dass Printprodukte erst wertvoll werden, wenn sie mit dem Kunden kommunizieren. Sowohl haptisch als auch ästhetisch muss Print emotionalisiert werden, was durch den Digitaldruck erst möglich wird. Auch die jeweiligen Inhalte dürfen dabei jedoch nicht vergessen werden. Niemand möchte explizit Drucksachen haben, diese gelten eher als Belästigung. Daher muss der Empfänger aus diesen einen Mehrwert schöpfen können, was durch eine Verknüpfung mit der digitalen Welt möglich ist. QR-Codes, Augmented Reality und mehr sind hierbei das Stichwort. In der multimedialen Verknüpfung von Informationen bzw. Wissen und deren Verbreitung sieht er neue Geschäftsmodelle.

Beim Start-up printmate stehen bedruckte Verpackungen in Kleinauflagen im Mittelpunkt. Auf braune Boxen habe niemand Bock, so der CEO und Gründer Julian Jost, weshalb Farbe ins Spiel gebracht wird.

Panel 3 – Prozesse und Organisation

Das letzte Panel mit dem Thema Prozesse und Organisation leitete unser Vertriebsleiter Johannes Petrasch ein. Er präsentiert am Beispiel des Kinderbuches ‚Ach du Schreck, mein Name ist weg‘ (>12 Mio. Verkäufe) von Wonderbly, dass personalisierte Kinderbücher derzeit ein Erfolgsschlager sind.

Digitaldruck-Kongress 2018 in Düsseldorf // Digital Print-Congress 2018 in Düsseldorf

Bei Schätzl steht seit 2000 der Digitaldruck im Fokus. Die Herausforderungen des Unternehmens waren ähnlich zu denen vieler anderer Redner: Der Weg vom Offset- zum Digitaldruck musste gemeistert werden. Hinterher stellte sich die Frage, wie man an die Daten gelangt, welche Softwarelösungen dafür notwendig, aber auch geeignet sind und wie logistisch eine effiziente und zuverlässige just-in-time Produktion gestemmt werden kann. Doch auch die Qualität musste stimmen, weshalb es eine verlässliche Qualitätskontrolle brauchte, damit 100.000 Bücher pro Jahr effizient produziert und ausgeliefert werden können.

Im Verhältnis mit dem Ausbau dieser Sparte standen und stehen erfolgreiche Produkte und Geschäftsmodelle wie dieses. ‚Das Ego, der Turbo für Produktinnovationen‘ lautete der Titel der Präsentation von Johannes Petrasch und genau darauf zielen solche Produkte ab. Es sind individuelle Geschenke, anlass- sowie personenbezogen und v.a. persönliche Unikate. Selbst einmal der Held einer Geschichte sein oder ein Kind zum Helden machen; dieser Gedanke macht den Erfolg der Sparte aus.

Den Abschluss des dritten Panels und des Digitaldruck-Kongress 2018 insgesamt bildete Robert Höllein, der Geschäftsführer von CPI buch bücher.de. Sein Vortrag schloss sich thematisch an. Er referierte im Bereich der modernen Buchherstellung und skizzierte die wesentlichen Herausforderungen, die sich dadurch für die Verlagsbranche ergeben. Auch brachte er potentielle Lösungsansätze zur Sprache und stellt die These auf, dass automatisierte Vorstufenprozesse und die digitale Buchherstellung den Lebenszyklus von Büchern unterstützen.

Fazit

Digitaldruck-Kongress 2018 in Düsseldorf // Digital Print-Congress 2018 in Düsseldorf

Zusammenfassend waren während der Präsentationen des Digitaldruck-Kongresses 2018 deutliche thematische Übereinstimmungen sichtbar. Eine Automatisierung der Geschäftsprozesse, kleinere Auflagen bzw. eine Produktion ab Auflagen von einem Stück und v.a. Personalisierung, also die direkte Ansprache von Kunden, sind zunehmend wichtiger geworden und werden es in Zukunft noch weiterhin.

Print als totes Medium?

Das bezweifeln wir!

Zwar schreitet die Digitalisierung weiter voran und stößt in immer neue Bereiche vor. Trotzdem bleibt Print etwas Längerfristiges und bietet ein Medium, das, insofern es einen Mehrwert bietet, nicht einfach weggeschmissen oder einfach gelöscht wird wie es bei vielen digitalen Daten der Fall ist. Obwohl es sich bei den von Johannes Petrasch angesprochenen personalisierten Büchern eigentlich um Kinderbücher handelt, wovon viele ähnliche Beispiele existieren, wird wohl auch ein Erwachsener sein Geschenk von damals kaum wegschmeißen, da es auch nach Jahren noch Erinnerungen weckt.

Gerade in der heutigen Gesellschaft, die so oft sogar als ‚Wegwerfgesellschaft‘ bezeichnet wird, bietet Print ganz neue Möglichkeiten. Eine Verbindung mit der digitalen Welt sollte je nach Produkt allerdings dringend hergestellt werden und den größtmöglichen Mehrwert für die Empfänger bieten. Dies kann in Form von Personalisierung oder anderen Erlebnissen, wie bspw. Augmented Reality geschehen.

Alles in allem haben wir bei Schätzl sehr positive Rückmeldungen zum Verlauf des Digitaldruck-Kongresses 2018 in Düsseldorf erhalten. Unsere Kollegen waren begeistert und haben die gleiche Stimmung bei den anderen Teilnehmern wahrgenommen.

Vielen Dank an die Organisatoren vom Bundesverband Druck und Medien (bvdm) für ein tolles Event und wir freuen uns auf nächstes Jahr! 🙂